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Fragen und Antworten rund um das Thema Welternährung

Wie ist es eigentlich um die Welternährung bestellt? Wer muss auf der Welt hungern und was können wir dagegen tun? Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober haben wir Fakten zum Thema Welternährung zusammengestellt.

1.) Wie viele Menschen hungern weltweit und wo leben sie?

  • 821 Millionen Menschen leiden an chronischem Hunger. Fast 11 Prozent der Weltbevölkerung bzw. jeder neunte Mensch.
  • Hunger ist das größte Gesundheitsrisiko weltweit. Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen. (Quelle: World Hunger and Poverty Statistics, WHO 2013)
  • Die überwiegende Mehrheit der Hungernden lebt in Entwicklungsländern (814 Millionen).
  • Absolut betrachtet leben die meisten Menschen, die an Hunger leiden, in Asien (11,4% der Bevölkerung oder 515 Millionen).
  • In Bezug auf die Bevölkerungszahlen leben die meisten Menschen, die an Hunger leiden, in Afrika. Hier hungert jeder Fünfte (21% oder 256,5 Millionen Menschen), in Ländern südlich der Sahara sogar fast jeder Vierte.
  • Ca. 2,5 Milliarden Menschen fehlen mindestens ein, wenn nicht sogar mehrere Nährstoffe, die für ein gesundes Leben wichtig sind. Dieser qualitative Mangel an Nahrung – im Gegensatz zum quantitativen Mangel an Nahrung, dem Kalorienmangel – wird auch als „Stiller Hunger“ oder „Versteckter Hunger“ bezeichnet. Fast jeder Dritte Mensch ist davon betroffen.
  • Gleichzeitig gibt es weltweit fast zwei Milliarden Übergewichtige. Von ihnen sind 710 Millionen fettleibig (tendenziell steigend, besonders in Schwellen-und Entwicklungsländern): 672 Millionen Erwachsene (jeder Achte!) und 38 Millionen Kinder.

2.) Wer sind die Hungernden und Mangelernährten?

  • Vier von fünf extrem Armen (Menschen, die weniger als 1,9 USD pro Tag zur Verfügung haben) leben in ländlichen Gebieten. Von den Hungernden sind 50% Kleinbauern, 8% Fischer und Hirten, 22% Landarbeiter und Landlose und 20% städtische Arme.
  • 70% der Hungernden und Mangelernährten sind Frauen und Mädchen.
  • Von Kindern unter fünf Jahren
    ...sterben 3 Millionen jährlich an den Folgen von Mangelernährung, das sind sechs Kinder jede Minute,
    ...ist fast jedes Vierte im Wachstum zurückgeblieben (über 155 Millionen),
    ...leidet ein Drittel an Vitamin A-Mangel, bis zu 500.000 sind von vermeidbarer Erblindung betroffen,
    ...können 200 Millionen ihr volles Potential wegen Jod- und Eisenmangel sowie eingeschränktem Wachstum nicht erreichen,
    ...hätte jedem dritten Kind, das an den Folgen von Durchfall und Mangelernährung stirbt, mit sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung geholfen werden können.
  • Die Projektion: Bis 2050 wird die Zahl der Armen in den Städten zunehmen, aber immer noch werden 50 Prozent der Armen in ländlichen Gebieten leben.

3.) Wie hat sich die Zahl der Hungernden entwickelt?

  • Im Vergleich zu 1990 ist die Zahl der hungernden Menschen im Jahr 2015 weltweit gesunken, von einer Milliarde Menschen auf 795 Millionen Menschen – trotz stark wachsender Weltbevölkerung. Im Jahr 2016 ist sie wieder auf 815 Millionen gestiegen und liegt 2017 bei 821 Millionen.
  • Fortschritte im Kampf gegen den Hunger verlaufen in den einzelnen Ländern und Regionen sehr unterschiedlich. Vor allem in Afrika und Südamerika hat sich die Situation verschlechtert. Aber auch der Rückgang des Hungers in Asien hat sich deutlich verlangsamt. Wenige Fortschritte wurden zudem bei der Bekämpfung verschiedener Formen von Mangelernährung erzielt.
  • Einer der Hauptfaktoren für Rückschläge im Kampf gegen den Hunger ist der Klimawandel, neben militärischen Konflikten, Bürgerkriegen und langsamerer wirtschaftlicher Entwicklung. 2017 war besonders von Wetterextremen geprägt. Hitzewellen haben landwirtschaftliche Anbauflächen schwerer als in den Vorjahren betroffen, gleichzeitig ändert sich vielerorts die Regensaison. So entstanden Ernteverluste.

4.) Kann die Weltbevölkerung ernährt werden?

Ja, die globale Landwirtschaft verfügt über den notwendigen Stand der Technik. Darin sind sich die FAO und auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) einig. Auch der Weltagrarbericht (IASSTD) kam 2008 zu diesem Ergebnis.

Danach sind vor allem bäuerliche Strukturen - in Asien, Afrika und Lateinamerika - die wichtigsten Garanten und die größte Hoffnung einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Lebensmittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung.

Brot für die Welt fordert im Einklang mit internationale Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ein Umsteuern von der Verschwendung von Ressourcen zur Nachhaltigkeit, von der Förderung der industrialisierten Landwirtschaft zu mehr Hilfen für bäuerliche Landwirtschaft. So dienten 2012 weniger als die Hälfte der weltweiten Getreideernte, nur 47 Prozent, der menschlichen Ernährung. Der Rest war Tierfutter (34%), Sprit/Bioethanol (6%), industrieller Rohstoff und Abfall (13%).


5.) Was kann jeder von uns tun, um den Hunger auf der Welt zu reduzieren?

Nachhaltig konsumieren: Auch als Verbraucher und Verbraucherin tragen wir Verantwortung. Unser Kaufverhalten fördert die Nachfrage nach bestimmten Produkten, die Anbaufläche im Süden beansprucht, das Klima strapaziert oder die ökologischen Grundlagen gefährdet.

  • Essen Sie möglichst wenig Fleisch und andere tierische Erzeugnisse. Bevorzugen Sie Fleischprodukte und tierische Erzeugnisse aus ökologischer Haltung.
  • Essen Sie regional und saisonal.
  • Kaufen Sie Produkte aus fairem Handel.
  • Setzen Sie sich als Eltern, Lehrkräfte oder Erzieherin und Erzieher für gesünderes Essen in Schulen und Kindertagesstätten ein.
  • Züchten Sie Kräuter im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon. Ihr Essen wird dadurch schmackhafter und gesünder.
  • Kochen Sie gemeinsam oder wecken Sie Obst und Gemüse nach alten Rezepten ein.
  • Nutzen Sie umweltfreundliche wie zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad.
  • Machen Sie auf die enormen und oft nicht rückgängig zu machenden Folgen von Mangelernährung aufmerksam.
  • Fordern Sie bei Ihren Abgeordneten deren Einsatz für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln ein.
  • Unterstützen Sie die Arbeit von Brot für die Welt mit einer Spende.

    Weitere Informationen

    Berlin, im September 2018

 

 

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